Nach dem Workshop · Workshop
Wenn du nichts wahrnimmst
Nichts wahrzunehmen ist erlaubt und kein Fehler. Woran es liegen kann, warum Anstrengung im Weg steht und was du tust, wenn du unsicher bist.
Nach dem Workshop · wenn nichts kommt
Wer in einer Übung nichts wahrnimmt, hat nichts falsch gemacht.
Es kommt in Workshops immer wieder vor, und es heisst nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Oft liegt es an der Erwartung, an zu viel Anstrengung oder an zu wenig Ruhe bei dir.
Was ich im Workshop dazu sage
Wenn in einer Übung zu zweit zuerst nichts kommt, sage ich:
Ricos Wortlaut
Wenn ihr nichts wahrnehmen könnt, ist das in Ordnung. Setzt euch nicht unter Druck. Strengt euch nicht an, entspannt euch. Vergleicht es wie mit Fernsehschauen.
Rico Brunner, Workshop
Beim Fernsehen strengst du dich nicht an. Du sitzt da und schaust hin. So ist es auch hier gemeint.
Wahrgenommen wird dabei immer, nur nicht immer bewusst.
Ricos Wortlaut
Unbewusst macht ihr das alle. Es ist niemand hier, der nicht spürt. Das geht gar nicht.
Rico Brunner, Workshop
Woran es liegen kann
Anstrengung
Du willst zu sehr
Wer sich anstrengt, ist bei der Anstrengung und nicht bei sich. Je mehr du willst, desto weniger geht es.
Erwartung
Du willst etwas sehen
Manche suchen ein Bild und gehen mit dem Verstand an die Übung. Einem Teilnehmer habe ich gesagt: Mach einmal die Augen zu. Es geht darum, wie es sich anfühlt.
Ruhe
Du bist noch nicht bei dir
Wer den Blick zuerst auf sich richtet, kann aus der Entspannung heraus besser spüren. Dafür gibt es die Grundübung.
Schweigen ist Gold
Du erzählst zu viel
Je weniger du von dem erzählst, was du wahrgenommen hast, desto mehr Übersicht behältst du. Mehr unter Wann du sagst, was du wahrnimmst.
Die ersten beiden haben etwas gemeinsam: Die Aufmerksamkeit geht dorthin, wo du etwas leisten willst, und nicht dorthin, wo die Wahrnehmung entsteht.
Wenn etwas da ist, aber unscharf
Oft ist nicht nichts da, sondern etwas Unklares. Dann hilft eine Skala. Statt dich zu fragen, ob du etwas spürst, fragst du, wie stark: auf einer Stufe von 1 bis 10.
Wenn du unsicher bist
Manchmal ist etwas da, und du weisst nicht, was es ist. Dann gilt eine einfache Regel.
Ricos Wortlaut
Wenn du es noch nicht weisst, dann mach noch nichts.
Rico Brunner, Workshop
Abwarten und beobachten ist dann der bessere Weg. Wer defensiv bleibt und weiter hinschaut, kommt weiter als jemand, der zu früh deutet. Warum frühes Deuten in die Irre führt, steht unter Warum auch gute Wahrnehmung sich irren kann.
Wenig zu spüren ist kein Nachteil
Viel zu spüren ist nicht automatisch besser. Wer mehr spürt, als er verarbeiten kann, ist überfordert. Die Kunst liegt nicht im Spüren, sondern in den Fragen, die du danach stellst.
Ricos Wortlaut
Und darum gibt es Menschen, die nicht so viel spüren, die viel eine bessere Intuition haben als Menschen, die viel spüren und nicht damit umgehen können.
Rico Brunner, Workshop
Warum der feste Stand dabei wichtiger ist als die Menge dessen, was hereinkommt, steht unter Fester Boden statt Sumpf.
Wenn auch nach dem Workshop nichts spürbar ist
Manche sagen mir am Ende der zwei Tage, es habe nichts gebracht und sie hätten nichts gespürt. Einige von ihnen melden sich ein halbes Jahr später und sagen, jetzt wüssten sie, was ich gemeint habe.
Das hat mit der Wahrnehmung selbst zu tun. Nur ein kleiner Teil deines Energiefeldes liegt in dem Bereich, den du direkt spürst. Was darunter liegt, bemerkst du oft erst später oder gar nicht. Dass du nach dem Wochenende nichts merkst, sagt darum wenig darüber aus, was du mitgenommen hast. Wie du trotzdem siehst, wo du stehst, steht unter Zu Hause weiterüben.
In jeder Lage erlaubt
Wenn du gerade eine schwere Zeit hast, ist oft so viel los, dass für feine Eindrücke wenig Platz bleibt. Dann ist es richtig, zuerst nur bei dir zu sein. Wenn du deinen Boden halten willst, musst du in den Übungen nichts beweisen; sie sind kein Test. Wenn du weiterwillst und ungeduldig wirst, weil nichts kommt, hilft die Skala mehr als jede Anstrengung.
Fragen, die oft kommen
- Spürt das überhaupt jeder?
- Ja. Jeder Mensch nimmt wahr, meistens unbewusst. Der Unterschied liegt darin, wie gut du unterscheiden kannst. Mehr unter Ein Handwerk, keine Gabe.
- Bin ich ungeeignet, wenn ich wenig spüre?
- Nein. Manche, die wenig spüren, haben eine bessere Intuition als andere, die viel spüren. Entscheidend sind die Fragen, die du stellst.
- Soll ich mich mehr anstrengen?
- Nein. Anstrengung zieht die Aufmerksamkeit von dir weg. Entspann dich und schau hin wie beim Fernsehen.
- Was mache ich, wenn ich unsicher bin?
- Abwarten und beobachten. Wenn du es noch nicht weisst, machst du noch nichts damit.
- Muss ich anderen sagen, was ich wahrnehme?
- Nein. Je weniger du erzählst, desto mehr Übersicht behältst du. Mehr unter Wann du sagst, was du wahrnimmst.
Wie es weitergeht
Wie du nach dem Workshop weiterübst, steht unter Zu Hause weiterüben. Die Übung, mit der alles beginnt, findest du unter Bei dir selber sein.