Nach dem Workshop · Workshop

Wenn du nichts wahrnimmst

Nichts wahrzunehmen ist erlaubt und kein Fehler. Woran es liegen kann, warum Anstrengung im Weg steht und was du tust, wenn du unsicher bist.

Nach dem Workshop · wenn nichts kommt

Wer in einer Übung nichts wahrnimmt, hat nichts falsch gemacht.

Es kommt in Workshops immer wieder vor, und es heisst nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Oft liegt es an der Erwartung, an zu viel Anstrengung oder an zu wenig Ruhe bei dir.

kein DruckAnstrengung steht im Weg
1 bis 10eine Stufe statt ja oder nein
2 Gründezu wenig bei dir, zu viel erzählt
abwartenwenn du unsicher bist

Was ich im Workshop dazu sage

Wenn in einer Übung zu zweit zuerst nichts kommt, sage ich:

Ricos Wortlaut

Wenn ihr nichts wahrnehmen könnt, ist das in Ordnung. Setzt euch nicht unter Druck. Strengt euch nicht an, entspannt euch. Vergleicht es wie mit Fernsehschauen.

Rico Brunner, Workshop

Beim Fernsehen strengst du dich nicht an. Du sitzt da und schaust hin. So ist es auch hier gemeint.

Wahrgenommen wird dabei immer, nur nicht immer bewusst.

Ricos Wortlaut

Unbewusst macht ihr das alle. Es ist niemand hier, der nicht spürt. Das geht gar nicht.

Rico Brunner, Workshop

Woran es liegen kann

Anstrengung

Du willst zu sehr

Wer sich anstrengt, ist bei der Anstrengung und nicht bei sich. Je mehr du willst, desto weniger geht es.

Erwartung

Du willst etwas sehen

Manche suchen ein Bild und gehen mit dem Verstand an die Übung. Einem Teilnehmer habe ich gesagt: Mach einmal die Augen zu. Es geht darum, wie es sich anfühlt.

Ruhe

Du bist noch nicht bei dir

Wer den Blick zuerst auf sich richtet, kann aus der Entspannung heraus besser spüren. Dafür gibt es die Grundübung.

Schweigen ist Gold

Du erzählst zu viel

Je weniger du von dem erzählst, was du wahrgenommen hast, desto mehr Übersicht behältst du. Mehr unter Wann du sagst, was du wahrnimmst.

Die ersten beiden haben etwas gemeinsam: Die Aufmerksamkeit geht dorthin, wo du etwas leisten willst, und nicht dorthin, wo die Wahrnehmung entsteht.

anstrengenetwas sehen wollen Aufmerksamkeit beider Anstrengung die Wahrnehmungbleibt leise entspannenhinschauen wie beim Fernsehen Aufmerksamkeitbei dir die Wahrnehmunghat Platz
Wohin die Aufmerksamkeit geht, entscheidet, ob die Wahrnehmung Platz bekommt. Schematisch.

Wenn etwas da ist, aber unscharf

Oft ist nicht nichts da, sondern etwas Unklares. Dann hilft eine Skala. Statt dich zu fragen, ob du etwas spürst, fragst du, wie stark: auf einer Stufe von 1 bis 10.

ja oder nein? 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 kaumsehr deutlich «etwa eine 3»
Eine Stufe statt einer Entscheidung zwischen ja und nein. Auch eine 3 ist eine Antwort. Schematisch.

Wenn du unsicher bist

Manchmal ist etwas da, und du weisst nicht, was es ist. Dann gilt eine einfache Regel.

Ricos Wortlaut

Wenn du es noch nicht weisst, dann mach noch nichts.

Rico Brunner, Workshop

Abwarten und beobachten ist dann der bessere Weg. Wer defensiv bleibt und weiter hinschaut, kommt weiter als jemand, der zu früh deutet. Warum frühes Deuten in die Irre führt, steht unter Warum auch gute Wahrnehmung sich irren kann.

Wenig zu spüren ist kein Nachteil

Viel zu spüren ist nicht automatisch besser. Wer mehr spürt, als er verarbeiten kann, ist überfordert. Die Kunst liegt nicht im Spüren, sondern in den Fragen, die du danach stellst.

Ricos Wortlaut

Und darum gibt es Menschen, die nicht so viel spüren, die viel eine bessere Intuition haben als Menschen, die viel spüren und nicht damit umgehen können.

Rico Brunner, Workshop

Warum der feste Stand dabei wichtiger ist als die Menge dessen, was hereinkommt, steht unter Fester Boden statt Sumpf.

Wenn auch nach dem Workshop nichts spürbar ist

Manche sagen mir am Ende der zwei Tage, es habe nichts gebracht und sie hätten nichts gespürt. Einige von ihnen melden sich ein halbes Jahr später und sagen, jetzt wüssten sie, was ich gemeint habe.

Das hat mit der Wahrnehmung selbst zu tun. Nur ein kleiner Teil deines Energiefeldes liegt in dem Bereich, den du direkt spürst. Was darunter liegt, bemerkst du oft erst später oder gar nicht. Dass du nach dem Wochenende nichts merkst, sagt darum wenig darüber aus, was du mitgenommen hast. Wie du trotzdem siehst, wo du stehst, steht unter Zu Hause weiterüben.

In jeder Lage erlaubt

Wenn du gerade eine schwere Zeit hast, ist oft so viel los, dass für feine Eindrücke wenig Platz bleibt. Dann ist es richtig, zuerst nur bei dir zu sein. Wenn du deinen Boden halten willst, musst du in den Übungen nichts beweisen; sie sind kein Test. Wenn du weiterwillst und ungeduldig wirst, weil nichts kommt, hilft die Skala mehr als jede Anstrengung.

Fragen, die oft kommen

Spürt das überhaupt jeder?
Ja. Jeder Mensch nimmt wahr, meistens unbewusst. Der Unterschied liegt darin, wie gut du unterscheiden kannst. Mehr unter Ein Handwerk, keine Gabe.
Bin ich ungeeignet, wenn ich wenig spüre?
Nein. Manche, die wenig spüren, haben eine bessere Intuition als andere, die viel spüren. Entscheidend sind die Fragen, die du stellst.
Soll ich mich mehr anstrengen?
Nein. Anstrengung zieht die Aufmerksamkeit von dir weg. Entspann dich und schau hin wie beim Fernsehen.
Was mache ich, wenn ich unsicher bin?
Abwarten und beobachten. Wenn du es noch nicht weisst, machst du noch nichts damit.
Muss ich anderen sagen, was ich wahrnehme?
Nein. Je weniger du erzählst, desto mehr Übersicht behältst du. Mehr unter Wann du sagst, was du wahrnimmst.

Wie es weitergeht

Wie du nach dem Workshop weiterübst, steht unter Zu Hause weiterüben. Die Übung, mit der alles beginnt, findest du unter Bei dir selber sein.

Kennung wenn-nichts-kommt · Version 1.0 · 23.10.2026