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Fester Boden statt Sumpf

Stabilität ist das, was unter Belastung hält. Warum beide Workshops beim festen Stand beginnen, warum er sich kaum direkt üben lässt und warum er vor der Wahrnehmung kommt.

Die Grundlage · Stabilität

Stabil heisst nicht, dass dich nichts mehr trifft. Es heisst, dass du im ersten Moment stehen bleibst.

Auf diesem Boden bauen beide Workshops auf. Hier steht, was ich mit Stabilität meine, warum sie sich kaum direkt üben lässt und warum sie vor der Wahrnehmung kommt.

1. Momentruhig bleiben, bevor du handelst
3 BedingungenUntergrund, Ruhe, passendes Verhalten
kein ZielStabilität bildet sich nebenbei
2 Workshopsbeginnen beide hier

Was ich mit Stabilität meine

Du kennst das: Etwas passiert, mit dem du nicht gerechnet hast. Im ersten Moment zeigt sich, wo du stehst.

Ricos Wortlaut

Stabil zu sein bedeutet, egal was passiert, man bleibt mal ruhig im ersten Moment, dann überlegt man oder verhält sich dann instinktiv richtig, weil man einen stabilen Untergrund hat.

Rico Brunner

Drei Dinge stecken darin: ein Untergrund, der trägt. Ruhe im ersten Moment. Und ein Verhalten, das danach passt, überlegt oder aus dem Bauch. Keines davon ist ein Gefühl. Es sind Bedingungen.

Ich beschreibe das gern mit dem Boden unter den Füssen.

Im Sumpf

Was auch passiert, du wackelst. Jeder Schritt gibt ein wenig nach, und jede Störung bringt dich ins Schwanken.

Auf festem Boden

Was auch passiert, du hast einen festen Stand. Die Störung ist da, aber sie zieht dir den Boden nicht weg.

Stabil heisst auch nicht, dass immer schönes Wetter ist. In meinem Modell steht ein stabiler Teil des Energiefeldes bei Regen, bei starkem Wind und auch bei Sturm. Belastung gehört dazu. Stabilität ist das, was unter ihr hält.

Warum sie sich nicht direkt üben lässt

Die häufigste Frage an mich lautet: Wie werde ich stabiler? Meine erste Antwort ist eine Einschränkung. An der Stabilität selbst lässt sich nur sehr schwer arbeiten.

Das hat mit der Mechanik zu tun. Ein Energiefeld strebt nicht nach Stabilität. Es strebt nach Ruhe. Bringt etwas Unruhe hinein, antwortet das Feld mit einer Gegenbewegung und findet zurück in die Ruhe. Gelingt das immer wieder, bildet sich Stabilität. Sie ist ein Nebeneffekt und kein Ziel, das sich ansteuern liesse.

Ruhedorthin will das Feld Unruheetwas bringt Bewegung Ausgleichzurück in die Ruhe Stabilitätbildet sich nebenbei immer wieder wenn es gelingt
Das Feld will in die Ruhe. Stabilität entsteht, wenn der Weg zurück immer wieder gelingt. Schematisch.

Was sich tun lässt, ist darum etwas anderes: dem Feld Raum geben, in dem sich Stabilität bilden kann. Weniger von dem, was dich dauernd unter Druck setzt. Mehr Momente, in denen du bei dir bist. Die einfachste Form davon ist die Grundübung unter Bei dir selber sein.

Warum ich nicht bei der Überforderung ansetze

Naheliegend wäre es, gegen die Überforderung anzugehen. Ich sehe es umgekehrt.

Ricos Wortlaut

Wenn ich zu 90% überfordert bin, dann habe ich immer noch 10% Stabilität.

Rico Brunner

Auf diesen Teil richte ich den Blick. Wohin die Aufmerksamkeit geht, dort bekommt etwas Gewicht. Wer sich ständig mit der Überforderung beschäftigt, gibt ihr noch mehr davon. Wer sich mit dem beschäftigt, was trägt, gibt diesem Teil das Gewicht.

Wenn du nichts spürst, das trägt

Wer mitten in einer schweren Zeit steckt, spürt diesen tragenden Teil oft gar nicht. Dann hilft eine andere Frage.

Ricos Wortlaut

Wenn ich aus dieser Überforderung heraus gehe und mich auf das konzentriere, wenn ich nicht spüre, was mich stark macht, dann spüre ich, was mir guttut.

Rico Brunner
Einen Schritt herausWo es geht, gehst du für eine Weile aus der Lage, die dich überfordert. Solche Lagen halten die Überforderung wach.
Was dir guttutSpazieren, schwimmen, ein Buch lesen. Es zählt, ob es dich in die Ruhe bringt.
In kleinen PortionenZehn Minuten hier, zehn Minuten dort, über den Tag verteilt, nicht am Stück.
Immer wiederEs zählt die Zahl der Momente, in denen dich nichts überfordert.

Die Tätigkeit selbst ist dabei zweitrangig. Wie viel Geduld es braucht, ist bei jedem Menschen anders und lässt sich nicht planen.

Warum der Stand vor der Wahrnehmung kommt

Viele Menschen, die in meine Workshops kommen, nehmen viel wahr. Mehr wahrzunehmen ist aber nicht automatisch besser. Wer mehr spürt, als er verarbeiten kann, ist überfordert.

Ricos Wortlaut

Ich habe eine offene Wahrnehmung. Alles kommt rein. Ich kann nicht differenzieren. Das ist, wie wenn ich zu Hause die Tür aushänge. Kann jeder rein.

Rico Brunner, Workshop

Ohne festen Stand wird die Wahrnehmung grösser, die Unterscheidung aber nicht besser. Die Kraft liegt darum nicht in der Wahrnehmung. Sie liegt darin, dass du bei dir bist. Je mehr du bei dir bist, desto klarer wird, was du wahrnimmst.

Im Workshop stelle ich dazu zwei Menschen nebeneinander. Beide üben zwei Jahre lang. Der eine übt nur seine Wahrnehmung, der andere nur seinen Stand.

Zwei Jahre nur Wahrnehmung Stand viel kommt herein, wenig hat Platz Zwei Jahre nur der eigene Stand Stand mehr wird gespürt und verarbeitet
Was du aufnehmen und verarbeiten kannst, hängt am Stand, nicht an der Menge dessen, was hereinkommt. Schematisch.

Ricos Wortlaut

Dann kann derjenige, der nur in seiner Stabilität gearbeitet hat, nach zwei Jahren besser wahrnehmen. Weil er durch eine grössere Stabilität, ein grösseres Fundament, mehr Dinge spüren kann und diese auch verarbeiten kann.

Rico Brunner, Workshop

Darum beginnt «Heilen lernen» mit der Grundübung, und das Wahrnehmen kommt erst später dazu. In «Wahrnehmen lernen» bist du nach jeder Übung zu zweit wieder zwei Minuten bei dir, bevor die nächste beginnt.

Für jede Lage ein anderer Anfang

Wenn du gerade in einer schweren Zeit steckst, beginnt es bei kleinen Momenten, in denen dich nichts überfordert. Mehr verlangt hier niemand von dir.

Wenn du deinen Boden gefunden hast und ihn halten willst, zeigt dir der Alltag, wo du stehst. Am deutlichsten im ersten Moment, wenn etwas Unerwartetes kommt.

Wenn du weiterwillst, in der Wahrnehmung oder in der Arbeit mit anderen Menschen, ist der feste Stand die Voraussetzung für alles Weitere. Mehr dazu unter Wenn du selbst mit Menschen arbeiten willst.

Oft ist ein Mensch in mehreren Lagen zugleich: in der Familie anders als im Beruf, in einer Beziehung anders als bei sich allein.

Fragen, die oft kommen

Kann ich direkt an meiner Stabilität arbeiten?
Nur schwer. Stabilität bildet sich, wenn dein Feld immer wieder in die Ruhe zurückfindet. Du kannst ihr Raum geben: mit der Grundübung unter Bei dir selber sein und mit Momenten, die dir guttun.
Heisst stabil, dass mich nichts mehr umwirft?
Nein. Stabil ist, wer im ersten Moment ruhig bleibt und danach passend handelt. Regen, Wind und Sturm gibt es trotzdem.
Spüre ich, wie stabil ich bin?
Meistens kaum. Was für dich normal ist, fällt dir nicht auf. Wie du trotzdem siehst, wo du stehst, steht unter Zu Hause weiterüben.
Muss ich schon stabil sein, um in einen Workshop zu kommen?
Nein. Beide Workshops beginnen genau hier. Wichtiger ist, dass du deine eigenen Grenzen siehst. Mehr unter Die eigene Grenze sehen.
Warum soll ich mich nicht mit dem beschäftigen, was mich überfordert?
Weil es dadurch mehr Gewicht bekommt. Der Blick auf das, was trägt, gibt diesem Teil das Gewicht.

Wie es weitergeht

Die Übung, mit der beide Workshops beginnen, steht unter Bei dir selber sein. Warum sich Wahrnehmen und Unterscheiden lernen lassen, steht unter Ein Handwerk, keine Gabe.

Kennung stabilitaet · Version 1.0 · 23.10.2026