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Ein Handwerk, keine Gabe

Jeder Mensch nimmt wahr. Was sich lernen lässt, ist das Unterscheiden. Warum ich meine Arbeit ein Handwerk nenne, was dabei geübt wird und warum ich niemandem ein Ergebnis zusagen kann.

Die Grundlage · lernen und üben

Wahrnehmen tun alle. Den Unterschied macht, wie fein du unterscheiden kannst, und das lässt sich üben.

Mitgebrachtes Talent hilft. Weit trägt es nur mit Übung. Hier steht, was dabei geübt wird, warum es dauert und warum ich niemandem ein Ergebnis zusagen kann.

mit 16gemerkt, dass ich anders wahrnehme
tausende Stundengeübt, bis es von selbst läuft
über 60'000Sitzungen seit 1998
keine Garantieauf ein Ergebnis

Was ich mit Handwerk meine

Was ich tue, ist für mich keine Gabe. Es ist ein Handwerk. Wer Anlage mitbringt, kommt weiter, das stimmt. Ein Handwerk muss man aber üben, lernen und weiterentwickeln, und das gilt für alle, auch für mich.

Ricos Wortlaut

Und was ich euch wirklich sagen kann, das hat wirklich mit Übung zu tun. Und ich habe in meinem Leben tausende von Stunden geübt.

Rico Brunner, Workshop

Heute läuft vieles bei mir automatisch. Darum wirkt meine Wahrnehmung von aussen schnell und mühelos. Sie ist so schnell, weil ich sie gelernt habe.

Wie es bei mir angefangen hat

Mit etwa sechzehn habe ich gemerkt, dass andere Menschen anders wahrnehmen als ich. Von da an habe ich mich bewusst mit meiner Wahrnehmung beschäftigt. Wer jung ist, deutet schnell und schaut Dinge oft falsch an. Bei mir war es nicht anders: Die Wahrnehmung war früher da als die Fähigkeit, sie zu lesen.

Darum habe ich mir eine strenge Regel gegeben. Ein bis zwei Jahre lang habe ich zu neunzig Prozent nur wahrgenommen und kaum Schlüsse gezogen. Mit etwa zweiundzwanzig, vierundzwanzig konnte ich mich so weit auf meine Wahrnehmung stützen, dass ich an Menschen erkannte, wo etwas nicht stimmt. Mit sechsundzwanzig, siebenundzwanzig habe ich meine Praxis eröffnet.

mit etwa 16gemerkt, dass ichanders wahrnehme lange Zeitvor allem wahrnehmen,kaum deuten mit 22 bis 24genug Boden, umdarauf zu bauen mit 26, 27die eigene Praxis
Die Wahrnehmung war früh da. Sie lesen zu können, hat Jahre gebraucht. Schematisch.

Später habe ich zuerst die einfachen Abläufe in einem Energiefeld verstanden. Erst dann wurden die schwierigeren überhaupt sichtbar. An manchen Zusammenhängen habe ich über zwanzig Jahre gearbeitet.

Alle spüren etwas, der Unterschied liegt im Unterscheiden

Jeder Mensch nimmt die Energie anderer Menschen wahr, meistens ohne es zu merken. Im Workshop sage ich das so:

Ricos Wortlaut

Unbewusst macht ihr das alle. Es ist niemand hier, der nicht spürt. Das geht gar nicht.

Rico Brunner, Workshop

Wenn du ein Energiefeld anschaust, merkst du vielleicht: Dieser Mensch ist glücklich. An derselben Stelle sehe ich tausende Energiefelder in verschiedenen Konstellationen. Wir sehen dasselbe. Ich kann es feiner unterscheiden.

Ich vergleiche das mit einem Bild aus Punkten. Die meisten Menschen sehen das ganze Bild und spüren, ob jemand stabil ist oder nicht. Wer mit einem Energiefeld arbeiten will, muss die einzelnen Punkte sehen und wie sie aufeinander wirken.

«der ist glücklich» das ganze Bild mit Übung die Punkte und ihr Zusammenspiel
Das Gesamtbild spüren viele. Mit Übung kommen die einzelnen Punkte dazu und wie sie zusammenwirken. Schematisch.

Gelernt wird das wie jedes genaue Hinsehen. Wer in den Bergen lange genug geübt hat, sieht die Gämsen in einer Felswand, an der andere nur Fels sehen. Bei mir sind es die Stellen in einem Energiefeld, die nicht funktionieren.

Warum viele meinen, sie hätten keine Intuition

Viele Menschen sagen mir, sie hätten keine gute Intuition. Meistens stimmt das nicht. Ihre Intuition ist zu wenig geübt und kann darum zu wenig unterscheiden. Ein Wunsch oder ein Gedanke legt sich dann leicht darüber.

Intuition ist dabei nichts Abgehobenes. Nach meiner Erfahrung ist sie bodenständig, eine Art, Eindrücke zu deuten, neben dem Verstand. Mehr dazu unter Was Intuition ist.

Was genau geübt wird

Geübt wird nicht das Spüren. Geübt wird die Frage, woher etwas kommt, das du spürst.

Ricos Wortlaut

also wenn du mich jetzt fragen würdest, vertraue ich meiner Wahrnehmung? Nein. Ich vertraue meiner Wahrnehmung Nicht, weil ich kontrolliere sie die ganze Zeit.

Rico Brunner, Workshop

Jedes Mal, wenn ich etwas wahrnehme, prüfe ich, woher es kommt. Ist es etwas, das ich mir wünsche? Etwas, das ich mir vorstelle oder denke? Etwas, das ich fühle? Oder etwas, das ich wirklich wahrnehme? Das gelingt nur mit Übung.

ein Eindruckwoher kommt er? ein Wunsch? eine Vorstellung? ein Gedanke? ein Gefühl? von aussen eingeredet? eine Wahrnehmung?
Sechs Fragen an denselben Eindruck. Welche Antwort stimmt, zeigt erst die Prüfung. Schematisch.

Wenn ich es nicht weiss, sage ich das auch: keine Ahnung, es könnte auch etwas anderes sein. Dann spekuliere ich nicht. Die grösste Gefahr in der Arbeit mit Energiefeldern sind Annahmen, die niemand prüft.

Ricos Wortlaut

Und die Kunst ist nicht die Intuition, sondern die Fragen zu stellen.

Rico Brunner, Workshop

Wie das Unterscheiden geübt wird, steht unter Unterscheiden lernen.

Spüren ist noch nicht verstehen

Ein Eindruck von einem Energiefeld ist schnell da. Er lässt sich leicht mit Verständnis verwechseln, und dann wird auf ihm gebaut. Zwischen Spüren und Verstehen liegt ein weiter Weg.

SpürenEin Eindruck ist da. Das kann jeder Mensch.
UnterscheidenWoher kommt er? Ist er meiner oder der eines anderen?
VerstehenWie hängt er mit dem Rest zusammen? Erst hier beginnt die Arbeit.

Die beiden Workshops gehen diesen Weg ein Stück weit, vom Spüren zum Unterscheiden.

Warum ich dir nichts versprechen kann

Ricos Wortlaut

Ja, aber das gibt keine Versicherung, es gibt keine Garantie, weil es Erfahrung ist und weil es der strenge Weg ist, weil der einfache Weg in dem Bereich nicht funktioniert.

Rico Brunner, Workshop

Wie weit du kommst, hängt davon ab, was du mitbringst, und noch mehr davon, wie lange du übst. Eine Abkürzung gibt es nicht. Wer Schritte überspringt, baut auf etwas, das nicht trägt.

Was das für dich heisst

Um anzufangen, musst du nichts können. Wenn du gerade eine schwere Zeit hast, übst du zuerst nur, bei dir zu sein. Unterscheiden kommt später.

Wenn du deinen Boden halten willst, hilft dir das Unterscheiden im Alltag: Ist das mein Gefühl, oder habe ich es von jemand anderem übernommen?

Wenn du weiterwillst, vielleicht bis zur Arbeit mit anderen Menschen, brauchst du viele Stunden. Wie lange das bei einer Teilnehmerin dauern könnte, steht unter Wenn du selbst mit Menschen arbeiten willst.

Fragen, die oft kommen

Muss ich begabt sein?
Nein. Wahrnehmen tut jeder Mensch. Was du mitbringst, spielt eine Rolle. Wie viel du übst, spielt eine grössere.
Brauche ich eine Ausbildung oder Vorwissen?
Nein. Im Workshop sitzen Menschen mit eigener Praxis neben Menschen ohne Vorbildung. Wichtiger ist, ob du deine eigenen Grenzen siehst. Mehr unter Die eigene Grenze sehen.
Wie viele Stunden braucht es?
Das lässt sich nicht für alle sagen. Ich selbst habe tausende geübt. Für dich selbst genügen zweimal am Tag ein paar Minuten. Wer mit anderen arbeiten will, braucht viel mehr.
Kann ich mich auf meine Wahrnehmung verlassen?
Ich verlasse mich auch nicht blind auf meine. Ich prüfe sie die ganze Zeit. Genau das wird geübt.
Ist das esoterisch?
Nein. Intuition ist nach meiner Erfahrung bodenständig. Sie wird geübt wie jedes genaue Hinsehen.

Wie es weitergeht

Worauf alles Üben steht, erklärt Fester Boden statt Sumpf. Die Übung, mit der beide Workshops beginnen, steht unter Bei dir selber sein.

Kennung handwerk · Version 1.0 · 23.10.2026