Start · Die Grundlage
Bei dir selber sein
Die Übung, um die beide Workshops gebaut sind. Augen zu, den ganzen Körper als Ganzes spüren, ein paar Minuten lang. Ob es gelingt, spielt keine Rolle.
Die Grundlage · die Grundübung
Du setzt dich hin, schliesst die Augen und spürst dich als Ganzes. Mehr verlangt diese Übung nicht.
Sie ist unspektakulär, und das ist Absicht. In beiden Workshops kommt sie immer wieder, und zu Hause reichen ein paar Minuten am Tag.
So geht die Übung
Im Workshop leite ich sie so an:
Ricos Wortlaut
Das Einzige, was wichtig ist, dass ihr versucht, euren ganzen Körper zu spüren. Das heisst, dass ihr eure Füsse versucht zu spüren, eure Beine zu spüren und die Augen zu schliessen und euch versucht, als Ganzes wahrzunehmen.
Rico Brunner, Workshop
Was du dabei nicht musst
Den wichtigsten Satz überhören viele.
Ricos Wortlaut
Ob es gut geht oder nicht, spielt bei der Übung nie eine Rolle. Es geht nur darum, dass man die Übung macht
Rico Brunner, Workshop
Du musst dich dabei nicht gut fühlen und nicht schlecht. Du musst nichts Bestimmtes spüren und nichts bewerten. Vor allem musst du dich nicht anstrengen. Je mehr du willst, desto weniger geht es. Wer ein bestimmtes Erlebnis erreichen will, macht eine andere Übung als diese.
Dieselbe Übung mit dem Atem
Ich zeige im Workshop zwei Formen und passe sie den Menschen an, die gerade da sind.
Im Sitzen
Augen zu, den ganzen Körper spüren, ein bis fünf Minuten. Dann öffnest du die Augen wieder.
Mit dem Atem
Beim Einatmen schliesst du die Augen und spürst dich als Ganzes. Beim Ausatmen öffnest du sie wieder. Ein bis zwei Minuten.
Gemeinsam ist beiden der Blick auf dich selbst. Die Technik ist zweitrangig.
Wie viel genügt
Ricos Wortlaut
Wenn ihr später dann weiter üben wollt vom Workshop, reichen zweimal im Tag fünf Minuten völlig aus. Es braucht nicht viel, aber es braucht das Richtige im richtigen Moment.
Rico Brunner, Workshop
Mehr ist dabei nicht besser. Machst du die Übung zu oft oder zu lange, wird sie künstlich, ein weiteres Projekt, an dem du dich verbessern willst. Je natürlicher sie bleibt, desto mehr wird sie ein Teil von dir.
Machst du sie zu selten, gewöhnt sich dein System nicht an den Weg zu dir. In einem schwierigen Moment findest du ihn dann schlechter.
Wie ich es selbst mache
Ich mache die Übung meistens während der Arbeit. Manchmal sind es nur dreissig Sekunden, dann, wenn ich merke, dass ich sie brauche. Die Länge richtet sich nach dem Bedarf, nicht nach einem Plan.
Für meine Arbeit war dieses Bei-mir-Sein eine Voraussetzung. Ich musste lernen, so stark bei mir zu sein, dass ein Energiefeld auf mein Hinschauen nicht reagiert.
Wo die Übung im Workshop steht
In «Heilen lernen» ist sie das Rückgrat des ersten Tages. Du machst sie in kurzen Blöcken, dazwischen wechselst du den Platz. Erst am Nachmittag kommt das Handauflegen dazu. In «Wahrnehmen lernen» kommt sie zwischen die Übungen zu zweit. Bevor du wieder auf dein Gegenüber schaust, bist du zwei Minuten bei dir.
Was du davon merkst
Erwarte kein besonderes Erlebnis. Die Übung ist so gebaut, dass nichts Besonderes geschehen muss. Weil sie so unspektakulär ist, halten manche sie für nutzlos und hören auf. Darum steht es hier, bevor du anfängst. Was du davon merkst und warum es oft wenig ist, steht unter Zu Hause weiterüben.
In jeder Lage dieselbe Übung
In einer schweren Zeit darf sie kurz sein, auch nur ein paar Atemzüge lang. Wer den eigenen Boden halten will, gibt ihr zweimal am Tag einen festen Platz. Wer weiterwill, in der Wahrnehmung oder in der Arbeit mit anderen Menschen, baut auf ihr auf. Darum steht sie in beiden Workshops am Anfang.
Fragen, die oft kommen
- Wie lange mache ich die Übung am Stück?
- Ein bis fünf Minuten. Im Workshop sind es oft rund zwei. Zwischendurch können auch dreissig Sekunden genügen.
- Was, wenn ich dabei nichts spüre?
- Dann hast du die Übung gemacht. Mehr verlangt sie nicht. Mehr dazu unter Wenn du nichts wahrnimmst.
- Darf ich sie öfter machen?
- Mehr ist nicht besser. Zu viel macht die Übung künstlich. Zweimal am Tag ein paar Minuten genügen.
- Brauche ich den Workshop dafür?
- Nein. Du kannst die Übung heute ausprobieren. Im Workshop übst du sie mit anderen, unter Anleitung, und kannst deine Fragen stellen.
- Ist das eine Atemübung?
- Es gibt eine Form mit dem Atem. Entscheidend ist bei beiden Formen, dass du dich als Ganzes spürst.
Wie es weitergeht
Warum gerade diese Übung am Anfang steht, erklärt Fester Boden statt Sumpf. Wie du sie nach dem Workshop in deinen Alltag nimmst, steht unter Zu Hause weiterüben.