Nach dem Workshop · Workshop
Zu Hause weiterüben
Zweimal am Tag ein paar Minuten bei dir. Warum wenig genügt, warum du kaum etwas davon merkst und wie dir ein Tagebuch zeigt, was das Gefühl nicht zeigt.
Nach dem Workshop · weiterüben
Nach dem Workshop genügen ein paar Minuten am Tag, wenn du sie regelmässig nimmst.
Zweimal am Tag bei dir sein. Mehr ist nicht besser. Rechne nicht damit, dass du davon viel merkst. Dafür gibt es einen Grund, und es gibt einen Weg, trotzdem zu sehen, wo du stehst.
Das Mass
Am Ende von «Heilen lernen» gebe ich allen, die weiterüben wollen, dieselbe Grössenordnung mit.
Ricos Wortlaut
Und diejenigen, die das dann machen wollen, die es vertiefen wollen, wirklich zweimal im Tag, ein bis drei Minuten, vielleicht fünf Minuten. Und das reicht.
Rico Brunner, Workshop
Wie die Übung geht, steht unter Bei dir selber sein. Mehr ist dabei nicht besser. Wer zu viel übt, macht aus der Übung etwas Künstliches.
Warum wenig genügt
Ein Energiefeld verarbeitet am besten, was es in kleinen Portionen bekommt. Viele kleine Schritte überfordern es nicht. Ein grosser Block auf einmal ist schnell zu viel. Es kommt nicht auf die gesamte Menge an, sondern auf die Portion im Verhältnis zu deiner Kraft im Moment.
Darum lernst du in den Workshops keine wachsende Zahl von Übungen. Du nimmst dieselbe Übung mit nach Hause und machst sie in kleinen Portionen.
Warum du kaum etwas davon merkst
Hier wird es ungewohnt. Das Üben gibt dir wenig Rückmeldung, und was für dich normal geworden ist, fällt dir nicht mehr auf.
Ricos Wortlaut
Weil je stärker man wird, desto weniger spürt man die eigene Stärke, die anderen merken es.
Rico Brunner, Workshop
Dazu kommt, wie Wahrnehmung gebaut ist. Ein Energiefeld ist wie ein Eisberg. Nur die Spitze liegt über dem Wasser. Was sich dort verändert, spürst du sofort. Der grösste Teil liegt darunter. Was dort geschieht, spürst du oft erst viel später oder gar nicht.
Für das Üben ist das unbequem. Es fehlt die Rückmeldung, die dich bei der Sache hält. Darum steht es hier, bevor du anfängst.
Ein Tagebuch statt eines Gefühls
Ich rate darum zu einem Tagebuch über deine Belastbarkeit. Einmal in der Woche schreibst du auf, was dich belastet hat und wie du damit umgegangen bist. Nach einer Weile kannst du vergleichen. Dann misst nicht das Gefühl, sondern der Vergleich über die Zeit.
Auf das Gedächtnis ist dabei wenig Verlass. Was dich nicht mehr beschäftigt, vergisst du schnell. Frag dich einmal, welche drei Dinge dich vor fünf Jahren beschäftigt haben. Die meisten Menschen wissen es nicht mehr, ausser es war ein grosses Ereignis.
Was am Ende des Workshops sichtbar ist
Am Ende eines Workshops sage ich oft einen Satz, der manche überrascht.
Ricos Wortlaut
Das Meiste, was in diesem Workshop passiert ist, darüber haben wir gar nicht gesprochen.
Rico Brunner, Workshop
Manche sagen mir am Ende der zwei Tage, sie hätten nichts gespürt. Einige von ihnen melden sich später wieder.
Ricos Wortlaut
Und dann haben sie ein halbes Jahr später gesagt: Jetzt weiss ich, was du gemeint hast. Das ist wie ein Prozess.
Rico Brunner, Workshop
Wenn du nach dem Wochenende nichts merkst, ist das erlaubt. Mehr dazu unter Wenn du nichts wahrnimmst.
Dranbleiben, auch nach einer Pause
Das grösste Hindernis beim Üben ist das Aufhören. Ich habe Menschen erlebt, die es zwanzig Jahre lang versucht haben. Jedes Mal, wenn es eng wurde, haben sie aufgehört. Aus ihrer Sicht waren es zwanzig Jahre Übung. Aus meiner Sicht waren es zwanzig Anfänge.
Eine Pause gehört dazu. Wichtig ist, dass du danach wieder anfängst, und zwar dort, wo du gerade stehst. Ein verpasster Tag ist kein Grund, die Woche aufzugeben.
Für jede Lage dasselbe Mass
Wenn du gerade eine schwere Zeit hast, reicht oft weniger: ein paar Atemzüge, zwischendurch, wenn du es brauchst. Wenn du deinen Boden halten willst, gibt das feste Mass dem Tag einen Rahmen, und das Tagebuch zeigt dir, wo du stehst. Wenn du weiterwillst, ändert sich am Mass für dich selbst nichts. Was dazukommt, wenn du mit anderen arbeiten willst, steht unter Wenn du selbst mit Menschen arbeiten willst.
Fragen, die oft kommen
- Zu welcher Tageszeit übe ich am besten?
- Das ist nicht festgelegt. Viele nehmen den Morgen und den Abend. Wichtig ist, dass die Übung einen festen Platz im Tag hat.
- Was, wenn ich einen Tag auslasse?
- Dann fängst du am nächsten wieder an. Eine Pause ist kein Grund aufzuhören.
- Soll ich neue Übungen dazunehmen?
- Nein. Dieselbe Übung, oft wiederholt, trägt weiter als viele verschiedene. Jedes Mal verstehst du sie ein wenig anders.
- Wie lange muss ich üben, bis sich etwas zeigt?
- Das lässt sich nicht sagen, und ich will es auch nicht schätzen. Es ist bei jedem Menschen anders. Das Tagebuch zeigt dir mehr als jede Zahl von mir.
- Kann ich den Workshop wiederholen?
- Ja, und viele tun das. Die Übungen bleiben gleich, dein Verständnis ändert sich.
Wie es weitergeht
Wenn du beim Üben nichts wahrnimmst, steht unter Wenn du nichts wahrnimmst, was dahinterstecken kann. Wer später selbst mit Menschen arbeiten will, findet unter Wenn du selbst mit Menschen arbeiten willst, was dazugehört.