Heilen lernen · Was du lernst
Woran du deine eigene Grenze erkennst
Ob du mit anderen arbeiten kannst, entscheidet nicht die Erfahrung, sondern ob du siehst, wo dein Können aufhört. Und warum ein Schutz kein Werkzeug ist, sondern ein Warnsignal.
Heilen lernen · die eigene Grenze
Deine Grenze beginnt dort, wo du unsicher wirst. Wer das sieht, arbeitet sicher, am ersten Tag wie nach dreissig Jahren.
Mit dieser Regel entlasse ich die Teilnehmenden am Ende des Workshops. Sie gilt für alle, die mit Energie arbeiten, und sie gilt für dich selbst.
Wo deine Grenze anfängt
Viele fragen mich, ab wann sie mit anderen Menschen arbeiten dürfen. Meine Antwort hängt nicht an einer Ausbildung und nicht an der Zahl der Jahre. Sie hängt an einer einzigen Frage: Siehst du deine Grenzen?
Ricos Wortlaut
Eine Grenze fängt da an, wo man beginnt, unsicher zu werden, wie das man jemandem helfen soll. Und das ist in Ordnung, unsicher zu sein.
Rico Brunner, Workshop
Unsicherheit ist also kein Makel. Sie ist die genaueste Auskunft, die du über dein eigenes Können hast. Erfahrung allein schützt dabei nicht. Wer dreissig Jahre arbeitet und seine Grenzen nicht sieht, ist für mich genauso fahrlässig wie jemand an seinem ersten Tag. Siehst du deine Grenze noch nicht, dann warte, bis du sie siehst.
Für dich darfst du weiter gehen als mit anderen
Was du für dich selbst ausprobierst, betrifft dich. Willst du für dich über deine Grenze hinaus, ist das deine Sache. Mit einem anderen Menschen ist es eine ganz andere Lage. Du weisst nie, was bei ihm alles mitkommt.
Wer ungeübt mit seiner Wahrnehmung an andere herangeht, gleicht jemandem, der nach der ersten Fahrstunde ein Autorennen fährt. Irgendjemand wird dabei verletzt. Darum bleibst du mit anderen in dem Bereich, in dem du dich sicher fühlst. Wo du dich nicht sicher fühlst, wartest du, bis du es bist. Dann kommst du weiter.
Ricos Wortlaut
Sagt das, wo ihr euch sicher fühlt. Menschen sind keine Kaninchen. Man sollte auch mit Kaninchen nicht experimentieren.
Rico Brunner, Workshop
Die Regel für die Arbeit
Am Ende des Workshops gebe ich eine Regel mit. Sie ist kurz, und sie reicht für vieles.
Ricos Wortlaut
Und bei Energiearbeit gibt's ne Regel: Fang nichts an, was du nicht zu Ende bringen kannst.
Rico Brunner, Workshop
Daraus folgt: Mach nur, was du siehst und verstehst. Mach nur, was in deinem eigenen Kraftspektrum liegt. Und wenn du merkst, dass dir etwas Angst macht oder dich überfordert, lass es, bis du die Kraft oder das Wissen dafür hast.
Erst verstehen, dann handeln
Viele, die mit Energie arbeiten, sehen eine blockierte Stelle und wollen sie wegmachen. Genau davor warne ich. Das Wichtigste an einem Energiefeld ist, dass es blockieren kann. Es ist wie beim Blut, das an einer Wunde gerinnt. Würde es nicht gerinnen, hätte ein kleiner Schnitt schlimme Folgen. Eine Blockade im Feld stoppt auf dieselbe Weise eine Kettenreaktion.
Wer das nicht versteht, richtet mit guter Absicht Schaden an. Darum gilt: Bevor du etwas tust, musst du es ganz verstanden haben. Weisst du etwas nicht, sag es. Ich sage in meiner Arbeit auch oft: Keine Ahnung, es könnte auch etwas anderes sein. Dann spekuliere ich nicht. Die grösste Gefahr in der Arbeit mit Energie sind Annahmen.
Warum ein Schutz die Sache schlimmer macht
Viele lernen, sich vor fremden Energien zu schützen. Ich halte das für einen Irrweg.
Ricos Wortlaut
Sich zu schützen ist eine Illusion. Das Einzige, was schützt, ist innere Stärke. Wenn jemand zu Hause ist, dann kann niemand einbrechen.
Rico Brunner, Workshop
Ein Schutz braucht Energie, und diese Energie kommt aus deinem eigenen System. Wer sich dauernd schützt, zehrt sich aus. Wer andere ausschliesst, schliesst sich dabei selbst ein. Wer dagegen bei sich ist, ist geschützt, ohne sich schützen zu müssen.
Daraus ergibt sich ein einfacher Prüfstein. Wenn du das Gefühl hast, dich für eine Arbeit schützen zu müssen, dann lass die Finger davon. Schützen muss sich nur, wer Angst hat und nicht weiss, was er tut. Das Bedürfnis nach Schutz ist also kein Werkzeug. Es ist ein Messwert: Wer es spürt, ist schon über seiner Grenze.
Helfen, wo es gewollt ist
Zur eigenen Grenze gehört auch die Grenze des anderen. Ich empfehle, niemandem zu helfen, der es nicht möchte, und niemanden dorthin zu drängen, wo er nicht selbst hingehen will. Manchmal braucht es Kraft, auszuhalten, dass jemand einen Weg geht, den du für falsch hältst. Oft zeigt sich Jahre später, dass er weitergegangen ist und seinen eigenen Weg gefunden hat.
Was nicht zum Energiefeld gehört
Eine Grenze hat auch die Arbeit mit Energie selbst. Was den Körper betrifft, gehört zur Medizin. Feld und Körper können aufeinander wirken, aber körperliche Krankheiten erkläre ich nicht aus dem Feld. Wer mit anderen arbeitet, sagt ehrlich, was er kann und was nicht, und schickt weiter, wo etwas nicht seine Sache ist. Ich habe noch nie erlebt, dass mir jemand böse war, weil ich gesagt habe, dass ich etwas nicht weiss.
Für wen diese Regel gilt
Wer in einer schweren Phase steckt, liest diese Seite vielleicht zuerst für sich selbst: Deine Grenze zu sehen heisst auch, nicht mehr zu tragen, als du gerade kannst. Wer halten will, was er aufgebaut hat, merkt hier, warum ein Schutz nicht hilft und Stärke sehr wohl. Und wer sich weiterentwickeln und vielleicht einmal mit anderen arbeiten will, findet hier die Bedingung, an die ich das knüpfe. Wie lange der Weg dorthin dauern kann, steht unter Wenn du selbst mit Menschen arbeiten willst.
Fragen, die oft kommen
- Woher weiss ich, ob ich jemandem helfen darf?
- Frag dich: Weiss ich, was ich tue, und kann ich es zu Ende bringen? Wirst du unsicher, ist das die Grenze. Dann tust du lieber nichts und beobachtest.
- Muss ich mich schützen, wenn ich mit Energie arbeite?
- Nein. Wenn du das Gefühl hast, es zu müssen, lass die Arbeit sein. Was schützt, ist innere Stärke, und die übst du mit der Grundübung unter Bei dir selber sein.
- Darf ich nach dem Workshop mit anderen arbeiten?
- Das knüpfe ich nicht an einen Kurs. Die Frage ist allein, ob du deine Grenzen siehst. Wer mit anderen arbeiten will, braucht viel Übung. Mehr unter Wenn du selbst mit Menschen arbeiten willst.
- Was tue ich, wenn ich mitten in einer Übung unsicher werde?
- Du hörst auf, bleibst bei dir und beobachtest. Unsicher zu sein, ist in Ordnung. Es zeigt dir, wo du gerade stehst.
- Was, wenn mich jemand um Hilfe bittet, die ich nicht geben kann?
- Sag es ehrlich. Wenn du etwas nicht weisst oder nicht kannst, ist das eine Auskunft, kein Versagen.