Das Energiefeld verstehen · das Tempo
Ein Feld nimmt nur so viel auf, wie es gerade verarbeiten kann. Zu schnell überfordert es, zu langsam belastet es.
Darum arbeitet Rico jeden Tag in kleinen Portionen, schaut jeden Tag neu und wartet, wenn das Feld Zeit braucht.
Nicht zu schnell und nicht zu langsam
Ein Feld kann nur so viel aufnehmen, wie es verträgt. Rico beschreibt zwei Fehler. Beide schaden. Wer schneller arbeitet, als ein Feld mitkommt, überfordert es. Wer zu langsam arbeitet, belastet es ebenfalls. Das passende Tempo liegt dazwischen, und es ist für jedes Feld ein anderes.
Nach Ricos Beschreibung. Schematisch.
Langsamer ist also nicht automatisch die sichere Seite. Gesucht ist ein Tempo, das zum Feld passt. Rico nennt das Abwägen dafür Massarbeit, weil er es für jedes Feld neu entscheidet.
Wovon das Tempo abhängt
Wie schnell ein Feld etwas aufnehmen kann, hängt nach Rico von fünf Dingen ab. Er hat sie so geordnet, das Wichtigste zuerst.
- Wie es um die Wechselwirkungen stehtSind die Wechselwirkungen im Feld überfordert, muss das ganze Feld geschont werden. Das hat Rico selbst ergänzt, und er stellt es an die erste Stelle.
- Wie reizbar das Feld istEin gereiztes Feld reagiert auf wenig schon stark.
- Wie viel Stabilität da istMehr Stabilität heisst: Das Feld kann mehr aufnehmen, ohne aus dem Gleichgewicht zu kommen.
- Wie viel Energiereserve da istEnergie, die gerade nicht für den Alltag gebraucht wird.
- Wie viel Überforderung schon im Feld liegtWas schon da ist, zählt mit, wenn Neues dazukommt.
Daraus folgt etwas, das viele überrascht. Wie schnell gearbeitet werden kann, hängt nicht einfach davon ab, wie gross eine Last ist. Rico kennt Felder mit grossen Verletzungen, an denen er von Anfang an zügig arbeiten kann. Und Felder, die im Ganzen gut funktionieren, in denen er an einer Stelle langsam arbeiten muss, weil genau dieser Bereich stark überfordert ist. Sogar im selben Feld kann es hier schnell gehen und dort langsam.
Die Grenze liegt dabei im Feld, nicht in Ricos Können. Er beschreibt, dass er oft weiss, welche Schritte als nächste kämen. Er geht sie trotzdem erst, wenn das Feld so weit ist.
Warum Veränderung zuerst Kraft kostet
Viele denken, eine Veränderung im Feld fühle sich immer leichter an. Rico beschreibt es anders:
«Ein Energiefeld, was geschwächt ist, kostet Kraft. Ein Energiefeld, was funktioniert, kostet keine Kraft. Und ein Energiefeld, was sich verändern will, kostet Kraft. Nur der ideale Zustand kostet keine Kraft.»
Rico Brunner
Jede Veränderung liegt ausserhalb des gewohnten Ablaufs. Das kostet. Darum braucht sie Kraft, und ein Feld, das ohnehin viel trägt, hat davon wenig übrig. Das ist der Grund für die kleinen Portionen: Jede Portion ist eine Veränderung, die das Feld verkraften kann.
Wie das in der täglichen Arbeit aussieht
Gearbeitet wird in kleinen Portionen, jeden Tag wenig, dafür am richtigen Ort. Ein Schritt ist fertig, wenn dein Feld allein weiterarbeiten kann. Und manchmal braucht dein Feld Zeit. Dann wird an diesem Tag nicht gearbeitet, sondern gewartet und am nächsten Tag wieder geschaut. Solche Pausen dauern nach Rico fast nie länger als zwei oder drei Tage.
Oft ist es mehr Arbeit, die Ursache zu finden, als an ihr zu arbeiten. Darum kann es sein, dass Rico an deinem Feld zwei, drei Tage nichts tut, sondern nur schaut, wo die Ursache wirklich liegt. Erst wenn er sie gefunden hat, beginnt er dort zu arbeiten.
Rico sagt offen, dass das Geduld verlangt.
«Man kann sich auf den Kopf stellen und es geht nicht schneller. Ich weiss, das ist manchmal zermürbend. Das ist nicht befriedigend, aber es ist die Realität.»
Rico Brunner
Viele kleine Schritte statt eines grossen
Die tägliche Form ist aus Erfahrung entstanden. Früher hat Rico Menschen in längeren Sitzungen begleitet. Er hat gemerkt, dass viel auf einmal ein Feld oft überfordert. Heute arbeitet er jeden Tag ein wenig und baut am nächsten Tag darauf auf.
Ein Feld verändert sich dabei ständig, auch durch das, was du erlebst. Darum schaut Rico jeden Tag neu, wo es heute steht, statt einen Plan von gestern abzuarbeiten. Er vergleicht sich mit einem Mechaniker, der am fahrenden Auto arbeitet.
Es geht in Stufen, nicht in einer Linie
Rico baut ein Feld Stufe für Stufe auf. Zwischendurch stoppt er seine Arbeit bewusst kurz und schaut, was schon aus eigener Kraft hält. Was noch nicht hält, geht eine Stufe zurück. Dort arbeitet er weiter, bevor er die nächste Stufe aufbaut.
Ein Rückschritt kommt nur, wenn ein Teil noch nicht hält, und nicht jeder Verlauf zeigt einen.
«Und wenn es einen Rückschritt gibt, gibt es nur einen Rückschritt, der zurückgeht.»
Rico Brunner
Warum er so prüft, erklärt Rico mit dem Gegenteil. Würde er ein Jahr lang durcharbeiten, ohne je zu schauen, könnten sich schwache Stellen verstecken. Sie würden erst auffallen, wenn das Leben mehr Druck macht. Das kurze Stoppen gehört darum zur Methode. Rico nennt es eine beabsichtigte Kontrolle.
Das Tempo annehmen
Für viele ist das der schwierigste Teil. Du möchtest, dass es schneller geht. Das ist verständlich. Rico sieht darin keine Frage des Wollens, weder deines noch seines.
«Und darum ist es auch etwas, was man akzeptieren muss, dass es immer so schnell geht, wie es möglich ist.»
Rico Brunner
Wie viel Druck dabei hilft, sagt die Mechanik auch: keiner. Druck von aussen bremst ein Feld, und eigener Druck tut es ebenso. Wie viel Druck ein Feld verträgt, beschreibt die Seite Druck, Stärke und der Spielraum.
Was das für dich heisst
- Mehr auf einmal macht es nicht schneller. Eher im Gegenteil.
- Ein Tag ohne Arbeit ist kein verlorener Tag. Er gehört zum Vorgehen.
- Ein schwerer Tag heisst weder, dass es vorwärtsgeht, noch, dass es stillsteht. Was du dann tust, steht auf der Seite Wenn es schwerer wird.
- Setz dir kein enges Ziel. Druck bremst, auch dein eigener.
Wenn gerade vieles schwer ist, erklärt das Tempo, warum Rico behutsam beginnt. Wenn es gut läuft und du das halten willst, erklärt es, warum er zwischendurch prüft, was aus eigener Kraft hält. Und wenn du dich entwickeln willst, gilt dieselbe Regel: Auch Entwicklung kostet Kraft und braucht ihr eigenes Tempo.
Fragen, die oft kommen
- Kann Rico schneller arbeiten, wenn ich es eilig habe?
- Nein. Das Tempo kommt aus deinem Feld, nicht aus dem Kalender. Schneller als das Feld mitkommt, würde es nur überfordern.
- Wie lange dauert es bei mir?
- Das lässt sich nicht im Voraus sagen, weil das Tempo jeden Tag neu aus deinem Feld abgelesen wird. Was zu Dauer, Pause und Ende gilt, steht unter Dauer, Pause und Ende.
- Ist ein Tag, an dem nur geschaut wird, verlorene Zeit?
- Nein. Die Ursache zu finden, ist oft der grössere Teil der Arbeit. Erst wenn Rico weiss, wo sie liegt, arbeitet er dort.
- Was heisst «leicht unterfordert»?
- Das Feld bekommt etwas weniger, als es gerade verarbeiten könnte. So bleibt ihm Kraft, das Neue aufzunehmen und selbst weiterzuführen.
- Heisst ein Rückschritt, dass ich wieder am Anfang bin?
- Nein. Ein Rückschritt kostet nach Ricos Beschreibung eine Stufe, nicht den ganzen Weg. Er ist Teil der Kontrolle, kein Rückfall auf den Anfang.
Wie es weitergeht
Warum du von dieser Arbeit oft wenig spürst, erklärt Warum du nicht alles spürst. Wie ein Tag der Fernbehandlung abläuft, steht unter Jeden Tag vier Schritte.