Start · Forschung
Wie ich beobachte
Wie beobachtet man etwas, das die meisten nicht sehen? Ein Mikroskop gibt es dafür nicht. Mein Werkzeug ist meine Wahrnehmung, und mit ihr habe ich gelernt, so zu beobachten, dass ich nichts verändere und nichts hineinlese.
Forschung · Methode
Erst schauen, lange. Dann hinterfragen, was ich gesehen habe. Dann prüfen, ob es stimmt. Und das unzählige Male, aus immer anderen Richtungen.
So bin ich zu allem gekommen, was ich heute über Energiefelder weiss.
Beobachten, ohne etwas zu verändern
Sehr früh merkte ich, dass Beobachten verführt. Man sieht ein Energiefeld, das schwach wirkt, und will sofort etwas tun. Noch feiner ist ein zweites Problem: Ein Energiefeld bemerkt, dass es angeschaut wird. Es passt sich dem Betrachter an und geht mit ihm in Beziehung. Dann sieht man nicht mehr, wie es funktioniert, sondern wie es auf einen reagiert.
Ich musste also lernen, so ruhig und so sehr bei mir zu sein, dass ein Energiefeld mich nicht bemerkt. Das war schwierig, und es war für meine Forschung entscheidend. Seither kann ich vergleichen: einmal beobachten, ohne dass sich etwas regt, und einmal beobachten, während etwas geschieht.
«Und darum ist Beobachten eine Superkraft, die hilft, das Ganze zu verstehen.»
Rico Brunner
Was ich zu wissen glaubte, musste ich abschalten
Eine meiner grössten Herausforderungen war, alles beiseitezulegen, was ich bis dahin über Energien gelernt hatte. Unser Kopf ergänzt, was wir nur zum Teil sehen. Seit jeher ist das überlebenswichtig. Wer am Waldrand eine grosse Silhouette sieht, denkt sofort an einen Bären und rennt. Irrt er sich, ist es nicht schlimm. Geht er erst nachschauen, kann es zu spät sein.
Beim Beobachten eines Energiefeldes ist genau dieser Reflex die Falle. Man sieht nicht mehr das Feld, sondern eine Mischung aus Feld und eigener Philosophie, und biegt das Gesehene zurecht, bis es passt. Darum habe ich jahrzehntelang Energiefelder beobachtet, ohne Wissen vorauszusetzen. Mein Wissen ist aus diesen Beobachtungen gewachsen, nicht umgekehrt.
Am Anfang habe ich mich dabei immer wieder gefragt: Ist das jetzt mein Wunsch, oder passt es zu diesem Menschen? Ich will sehen, was ist, und nicht, was ich mir wünsche.
Ein, zwei Jahre fast nur wahrnehmen
Als junger Mann nahm ich sehr viel wahr und deutete vieles falsch. Ich deutete viel und beobachtete wenig. Irgendwann drehte ich das um. Ein bis zwei Jahre lang habe ich zu neunzig Prozent nur wahrgenommen und kaum Schlüsse gezogen. In dieser Zeit fand ich den Zugang zur Energiefeldmechanik, so wie ich sie heute beschreibe.
Heute ist es so geblieben: Beobachtung und Analyse machen den grössten Teil aus, die Schlüsse nur noch einen Bruchteil. Je länger ich wahrnehme, desto mehr Einzelheiten und Zusammenhänge sehe ich. Am Schluss muss ich oft gar nicht mehr deuten.
«weil das Wahrnehmen am Schluss die Interpretation ersetzt, weil alles so offensichtlich wird.»
Rico Brunner
Warten, bis der Film zu Ende ist
Du kennst das vielleicht aus dem Kino. Nach zehn Minuten weisst du, wie der Film ausgeht. Nach einer halben Stunde weisst du es wieder, nach einer Stunde auch. Am Ende kommt es doch anders. So geht es auch mit Energiefeldern: Wer zu früh deutet, liegt mehrmals daneben, und wer seine Arbeit auf eine Fehldeutung baut, arbeitet nicht dort, wo das Energiefeld es braucht.
Zum Beobachten gehört darum auch, zu erkennen, wann eine Beobachtung abgeschlossen ist. Bei mir endete eine Sitzung früher nicht mit der Sitzung. Ich habe die Energiefelder eines Menschen danach oft noch tagelang beobachtet, bis ich verstand, was ich sah.
Drei Phasen, unzählige Male
Meine Forschung hatte drei Phasen, und ich habe sie unzählige Male durchlaufen. Zuerst beobachten, ohne zu verändern. Dann die eigenen Schlüsse aus dieser Beobachtung hinterfragen. Zuletzt prüfen, ob stimmt, was ich erkannt habe. Stimmte es nicht, fing ich wieder vorne an.
Einmal fiel mir etwas auf, womit ich nicht gerechnet hatte. Wenn ich ein Energiefeld erkenne und verstehe, warum es nicht funktioniert, löst schon das im Feld einen Impuls aus. Ich habe das danach viele Male wiederholt, bevor ich es glaubte.
«Ich war sehr erstaunt und hatte das dann viele Male wiederholt, um zu schauen, ob das ein Zufall gewesen ist.»
Rico Brunner
Aus vielen Richtungen, im Kopf gespeichert
Eine Beobachtung allein genügt mir nicht. Ich schaue mir eine Stelle von einer Seite an und merke mir das Ergebnis. Dann von einer anderen Seite, dann von einer dritten. Erst wenn sich das Ergebnis aus vielen Richtungen wiederholt und bestätigt, gehe ich davon aus, dass ich verstanden habe, wie etwas funktioniert.
Aufgeschrieben habe ich das lange nicht. Ich habe ein fotografisches Gedächtnis, und zwar nicht für Dinge, die stillstehen, sondern für Bewegtes. Darum habe ich auch lange nicht gemerkt, dass ich es habe. Ich sehe ein Energiefeld wieder und weiss, wo es sich verändert hat. Dann frage ich, warum gerade dort.
«Hätte ich kein fotografisches Gedächtnis gehabt, hätte ich mit schriftlichen Notizen diese Arbeit nie machen können, weil die Flut an Informationen viel größer gewesen ist als die Fähigkeit, was ein Mensch pro Tag aufschreiben kann.»
Rico Brunner
Was ich aus meinen Fehlern gelernt habe
Natürlich habe ich mich geirrt, oft sogar. Hatte ich etwas falsch gedeutet, wollte ich nicht nur wissen, wie es richtig ist. Mich interessierte, warum die Fehldeutung entstanden war. Was hatte ich übersehen? Woran hatte ich nicht gedacht? Warum war ich falsch damit umgegangen?
Diese Frage stelle ich mir bis heute. Ein Fehler zeigt mir, wo mein Blick noch eine Lücke hat. Manchmal verhält sich ein Energiefeld auch zuerst scheinbar unlogisch. Beobachte ich lange genug, sehe ich, dass es in einem grösseren Zusammenhang einer eigenen Logik folgt.
Was davon heute in jeder Arbeit steckt
Aus diesen Jahren ist der Ablauf entstanden, nach dem ich bis heute arbeite. Ein Teil meiner Arbeit ist darum immer noch Forschung.
Die Simulation habe ich ebenfalls durch Beobachtung gefunden. Ich kann in meiner Wahrnehmung durchspielen, wie ein Energiefeld auf einen Schritt reagieren würde, ohne das Feld dabei zu stören. In der Informatik gibt es dafür die Sandbox, einen abgeschlossenen Raum, in dem man etwas ausprobiert, ohne das laufende System zu berühren. Bei der Ausführung kann trotzdem etwas Unerwartetes erscheinen. Darum beobachte ich auch dann weiter.
Wie diese vier Schritte in The Field (Fernbehandlung) zusammenspielen, steht im Bereich Arbeitsweise.
Fragen, die oft kommen
- Merkt mein Energiefeld, dass du es beobachtest?
- Ich habe gelernt, so zu beobachten, dass ein Energiefeld mich nicht bemerkt. Sonst würde es sich mir anpassen, und ich sähe nicht, wie es wirklich funktioniert.
- Siehst du Bilder oder Farben?
- Nein. Ich sehe keine Bilder und auch keine Aura. Ich nehme wahr, wie ein Energiefeld aufgebaut ist und wo es funktioniert oder nicht. Was ich nicht sehe, ist zum Beispiel, wo jemand gerade ist oder in welcher Lebenslage.
- Kann man so beobachten lernen?
- Wahrnehmung lässt sich üben. Bei mir ist sie eine starke angeborene Fähigkeit, die ich mit tausenden Stunden Übung geschliffen habe. In meinen Workshops üben wir das Beobachten, siehe Workshop.
- Was, wenn du dich irrst?
- Darum prüfe ich. Die Kontrolle am Schluss jeder Arbeit zeigt mir, ob eingetreten ist, was ich beabsichtigt habe. Ein Irrtum ist für mich Material: Ich will wissen, wie er entstanden ist.
Wo es weitergeht
Was ich mit dieser Methode beobachtet habe und welche Grundsätze daraus geworden sind, steht unter Was ich beobachtet habe. Zurück zum Anfang meines Weges geht es unter Mein Forschungsweg.
Bereich Forschung · Version 1.0 · 23.10.2026